Komposttee für ein intaktes Bodenleben

Unter Komposttee versteht man eine von Mikroorganismen angereicherte Flüssigkeit. Diese Mikroorganismen bestehen aus über 10.000 verschiedensten Arten, hauptsächlich jedoch aus Bakterien und Pilzen, die für ein intaktes Bodenleben unserer Weingärten wichtig sind.
 Wir gewinnen unseren Komposttee aus einem von Regenwürmern umgesetzten, deshalb sehr hochwertigen und vor allem stabilen Biokompost (FA. Fermigrand). Dieser Kompost wird unter bestimmten Bedingungen mit einem Nährmedium versetzt und innerhalb 3 Tage aktiviert.

Dann wird unser Kompost in sogenannten Aeratoren für weitere 24 Stunden in Regenwasser auf 23°Celsius erwärmt und gleichzeitig belüftet.
 Zusätzlich wird in diesem Prozess der Kompost mit speziellen Nährstoffen und Gesteinsmehl gefüttert.
 Hier vermehren sich nun die Mikroorganismen und man erhält ein Kompostteekonzentrat. Dieses wird in der Folge wieder mit warmem Regenwasser rückverdünnt und im Weingarten ausgebracht.
 Dabei verwenden wir ein Quad, um schneller und vor allem leichter zu sein, um den Boden der Weingärten nicht zu verdichten. Die Ausbringung beginnt im Frühjahr, sobald sich der Boden erwärmt, und wir versuchen, so oft es die Zeit zulässt, Komposttee auf unsere Böden zu tropfen. Zusätzlich beizen wir unser Begrünungssaatgut vor der Ausbringung mit Kompostteekonzentrat.

Zur Wirkung von Komposttee: Die Pflanze ist von Natur aus nicht selbst in der Lage, die Nährstoffe aus dem Boden zu lösen – dazu braucht sie die Mikroorganismen. Die Pflanze lockt sogar die Mikroorganismen durch spezielle Wurzelausscheidungen (Zucker und Stärke) an die Spitzen der feinen Haarwurzeln. Dort lösen die Mikroorganismen die Nährstoffe aus dem Boden und machen diese pflanzenverfügbar. Es handelt sich also um einen symbiotischen Prozess.

Nachdem wir auf Kunstdünger verzichten, benötigen wir ein intaktes Bodenleben, damit die Reben optimal versorgt werden können. Die Vitalität unsere Pflanzen steigt und die Nährstoffaufnahme der Weinstöcke wird vor allem unter sehr trockenen Bedingungen verbessert. Beim Einsatz von Kunstdünger funktioniert die Versorgung der Pflanzen hingegen nur, wenn dieser gelöst ist und dazu muss es entsprechend feucht sein.

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Andrea und Phillip Zull